Austausch zur KiBiz-Reform: Praxis und Politik im Dialog
Die katholischen Verbundleitungen im Kreis Warendorf tauschten sich mit den CDU-Landtagsabgeordneten Schulze Föcking, Hagemeier und Höner in Sendenhorst aus.
Im Zuge der aktuellen Diskussion zur Novellierung des Kinderbildungsgesetzes (KiBiz) fand ein gemeinsames Gespräch zwischen den katholischen Verbundleitungen im Kreis Warendorf und den Landtagsabgeordneten Christina Schulze Föcking, Markus Höner und Daniel Hagemeier statt. Ziel des Treffens war ein offener und konstruktiver Austausch über die geplanten Änderungen sowie die praktischen Auswirkungen auf die Kindertageseinrichtungen vor Ort.
Im Mittelpunkt des Gesprächs standen die Perspektiven aus der Praxis sowie die Zielsetzungen der geplanten Reform. Die Verbundleitungen nutzten die Gelegenheit, ihre Erfahrungen aus dem Kita-Alltag einzubringen und konkrete Hinweise zu geben. Die Abgeordneten erläuterten die Intentionen der Reform, insbesondere mit Blick auf mehr Verlässlichkeit, Qualität und Planungssicherheit im System der frühkindlichen Bildung.
„Aus unserer Sicht greifen die vorgesehenen Regelungen in Teilen noch nicht ausreichend. Insbesondere bei der Finanzierung sowie der Mindeststundenausstattung sehen wir Herausforderungen, die sich in der täglichen Arbeit der Einrichtungen bemerkbar machen. Auch die angespannte Personalsituation sowie zusätzliche Anforderungen – etwa durch Dokumentationspflichten oder den Ausbildungsauftrag – stellen die Einrichtungen weiterhin vor große Aufgaben.“ so die Verbundleitungen.
Darüber hinaus führten die Verbundleitungen aus: „Die geplanten Flexibilisierungen, etwa bei den Buchungszeiten, werden von uns differenziert betrachtet. Randzeiten können Auswirkungen auf pädagogische Qualität, Verlässlichkeit sowie auf die Entwicklung und den Schutz der Kinder haben. Eine Ausweitung ist daher aus unserer Sicht nur dann sinnvoll, wenn sie mit den entsprechenden personellen und finanziellen Rahmenbedingungen hinterlegt wird.“
Christina Schulze Föcking, stellvertretende Fraktionsvorsitzende der CDU-Landtagsfraktion, machte deutlich, dass es Ziel der Reform sei, keine Kita bei gleichbleibender Struktur finanziell schlechter zu stellen als bisher. Zugleich wurde vereinbart, den Dialog zwischen Praxis und Politik im weiteren Gesetzgebungsprozess fortzusetzen.
„Wir sehen ganz deutlich: Das System der frühkindlichen Bildung ist in den vergangenen 15 Jahren stark gewachsen – rund 30 Prozent mehr Kinder, etwa 90 Prozent mehr Personal und gleichzeitig ein Kostenanstieg von rund 500 Prozent. Das zeigt, wie wichtig Kitas für unsere Gesellschaft geworden sind. Es macht aber auch deutlich, dass wir das System weiterentwickeln und zukunftsfest aufstellen müssen. Genau daran arbeiten wir mit der KiBiz-Reform.“ so die Landtagsabgeordnete.
Die Landtagsabgeordneten Markus Höner und Daniel Hagemeier unterstrichen zudem: „Unser Ziel ist klar: Wir wollen ein System, das dauerhaft tragfähig ist – für die Träger, für die Beschäftigten und vor allem für die Kinder und ihre Familien. Dafür braucht es neben mehr Flexibilität auch eine verlässliche und auskömmliche Finanzierung. Die Rückmeldungen aus der Praxis sind dabei für uns ein wichtiger Maßstab, den wir in die weiteren Beratungen einbringen.“
Einigkeit bestand darüber, dass die frühkindliche Bildung eine zentrale Bedeutung für die Entwicklung von Kindern und die Vereinbarkeit von Familie und Beruf hat. Gute Qualität in den Einrichtungen erfordert dabei verlässliche Rahmenbedingungen und eine nachhaltige Finanzierung.
Die Abgeordneten sicherten zu, die Hinweise aus der Praxis in die weiteren Beratungen einzubringen und den Dialog mit den Trägern und Einrichtungen fortzuführen.