An der NATO-Ostflanke wird die Bedrohung greifbar Markus Höner besucht deutsche Soldaten in Litauen – Aufklärungsbataillon 7 aus Ahlen am Aufbau der Panzerbrigade 45 beteiligt

AHLEN/VILNIUS. Ukrainische Flaggen prägen das Straßenbild von Vilnius, deutsche Soldaten werden in Uniform mit einem Winken oder erhobenem Daumen begrüßt und an der Grenze zu Belarus gehören Kontrollen und hohe Wachsamkeit zum Alltag. Für den Landtagsabgeordneten Markus Höner hat eine Reise mit der Parlamentariergruppe Osteuropa des Landtages NRW nach Litauen sehr unmittelbar gezeigt, wie greifbar die Bedrohung an der NATO-Ostflanke vor Ort ist.

Erst wenige Wochen zuvor hatte Höner gemeinsam mit Landtagspräsident André Kuper das Aufklärungsbataillon 7 in der Westfalenkaserne in Ahlen besucht. Das Bataillon ist am Aufbau der Panzerbrigade 45 in Litauen beteiligt. In Vilnius konnte Höner nun unmittelbar erleben, für welchen Auftrag auch in Ahlen Vorbereitungen getroffen werden.

Die Panzerbrigade 45 wird als dauerhaft in Litauen stationierter deutscher Großverband aufgebaut. Rund 5.000 deutsche Soldaten sollen dort künftig ihren Dienst leisten. Litauen investiert nach Angaben aus den Gesprächen vor Ort rund 1,2 Milliarden Euro in Kasernen, Unterkünfte, Übungsanlagen und die notwendige Infrastruktur.

Bei dem Austausch mit dem stellvertretenden Kommandeur der Panzerbrigade 45, Oberst André Hastenrath, informierte sich die Parlamentariergruppe über den Aufbau der Brigade und die Sicherheitslage. Unter den deutschen Soldaten traf Höner auch René Achten wieder, den er aus dessen Zeit in Vorhelm kennt.

„Das Wiedersehen mit René Achten hat mich besonders gefreut. Wenn man jemanden kennt und dann hier vor Ort erlebt, welchen Auftrag er gemeinsam mit seinen Kameraden erfüllt, bekommt die Dimension dieser Aufgabe noch einmal ein anderes Gewicht“, so Höner.

Die besondere Sicherheitslage Litauens zeigt sich schon an der geografischen Lage des Landes: Es grenzt an Belarus und an das russische Gebiet Kaliningrad. Bei einem Besuch eines Grenzpostens an der belarussischen Grenze informierte sich die Delegation über die Situation unmittelbar an der NATO-Außengrenze. Militärische Bedrohungen, hybride Einflussnahme und Desinformation gehören dort zu den Herausforderungen, auf die sich die Sicherheitskräfte einstellen müssen. „Wenn man selbst an dieser Grenze steht, verändert das den Blick auf viele Diskussionen, die wir zum Teil in Deutschland führen“, sagt Höner. „Hier ist die Bedrohung nicht abstrakt oder weit entfernt. Die Menschen wissen sehr genau, warum eine glaubwürdige Abschreckung und ein starkes Bündnis für ihre Freiheit notwendig sind.“

Besonders auffällig war für Höner die große Solidarität mit der Ukraine. Ukrainische Flaggen, Plakate und andere Zeichen der Unterstützung sind in Vilnius an vielen Stellen zu sehen. Die Nähe zum Krieg und die Erfahrungen des Landes mit Russland prägen die Wahrnehmung vieler Litauer.

„Ich habe selten erlebt, dass die Verbundenheit mit der Ukraine im Alltag so sichtbar ist. Dahinter steht nicht nur Solidarität mit einem angegriffenen Land. Dahinter steht auch das Bewusstsein, dass die Ukraine für Freiheit kämpft und dass die Sicherheit Europas miteinander verbunden ist“, erklärt Höner.

 

Für Höner liegt in den Eindrücken aus Litauen auch eine Botschaft für die politische Diskussion in Deutschland. „Einfache Antworten werden dieser Realität nicht gerecht. Wer hier mit den Menschen spricht und erlebt, wie konkret die Bedrohung wahrgenommen wird, versteht, warum Zusammenhalt und verlässliche Bündnisse für sie so entscheidend sind. Sicherheit, Wohlstand und sozialer Zusammenhalt gehören zusammen“, so Höner.

Bedrohungen würden nicht dadurch geringer, dass man sie relativiere, betont Höner. Auch die Verlässlichkeit innerhalb der NATO und die Unterstützung der europäischen Partner seien wesentliche Voraussetzungen für Frieden und Sicherheit. Wer diese infrage stellt, muss sich auch darüber im Klaren sein, was damit auf dem Spiel steht.“

Damit schließt sich für Höner auch der Kreis zu seinem Besuch mit Landtagspräsident André Kuper in der Westfalenkaserne. Das Aufklärungsbataillon 7 in Ahlen trägt zum Aufbau der Brigade in Litauen bei. Was dort vorbereitet wird, hat damit unmittelbare Bedeutung für die Sicherung der NATO-Ostflanke.

„In Ahlen haben wir gesehen, mit welcher Professionalität dieser Auftrag vorbereitet wird. In Litauen erlebt man, warum er notwendig ist. Die Soldaten übernehmen hier fern von zu Hause Verantwortung für die Sicherheit unseres Bündnisses und damit auch für unsere Sicherheit in Deutschland. Dafür verdienen sie unseren Respekt und unseren Rückhalt.“